Schnarchen und Schlafapnoe

Schwerpunktpraxis für Schnarcher:Innen

Schnarchen – Ursachen, Folgen und medizinische Bedeutung

Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur der oberen Atemwege. Dadurch verengen sich die Atemwege und das Gewebe beginnt beim Atmen zu vibrieren – das typische Schnarchgeräusch entsteht.

Schnarchen ist weit verbreitet: Etwa jeder zweite Mann und jede vierte Frau ist betroffen. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.

Ursachen für Schnarchen

Verschiedene anatomische und funktionelle Faktoren können Schnarchen begünstigen:

  • Übergewicht
  • vergrößertes Zäpfchen oder erschlafftes Gaumensegel
  • eingeschränkte Nasenatmung
  • vergrößertes Zungengewebe im hinteren Bereich

In Rückenlage ist die Nasenatmung häufig zusätzlich eingeschränkt, sodass viele Betroffene nachts überwiegend durch den Mund atmen.

Typische Beschwerden am Morgen sind:

  • Mundtrockenheit!
  • belegte oder heisere Stimme
  • Schluckbeschwerden
  • Kloßgefühl im Hals

Schnarchen und Schlafapnoe

Schnarchen kann ein Hinweis auf eine Verengung der oberen Atemwege sein. In manchen Fällen tritt es gemeinsam mit:

  • Schlafapnoe (wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs)
  • UARS (Upper Airway Resistance Syndrome) – erhöhter Atemwiderstand ohne vollständige Atemaussetzer

Diese Störungen führen zu einer verminderten Schlafqualität, häufigem Erwachen und nicht erholsamem Schlaf.

Mögliche Folgen sind:

  • Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • langfristig erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall

Belastung für Betroffene und Partner

Schnarchen kann eine Lautstärke von bis zu 60–90 Dezibel erreichen und entspricht damit etwa dem Geräuschpegel einer belebten Umgebung. Dies kann auch beim Schlafpartner zu Schlafstörungen und Stressreaktionen führen.

Wann ist Schnarchen unbedenklich?

Schnarchen an sich ist in der Regel harmlos. Treten die Beschwerden jedoch regelmäßig auf oder gehen mit Tagesmüdigkeit einher, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Erhöhter Atemwegswiderstand – UARS


Beim Upper Airway Resistance Syndrome (UARS) kommt es zu einer Verengung der oberen Atemwege, ohne dass vollständige Atemaussetzer wie bei der Schlafapnoe auftreten.

Die Atemwege bieten dabei einen erhöhten Widerstand, sodass die Atemmuskulatur deutlich stärker arbeiten muss. Der Schlaf wird dadurch unbewusst zu einer körperlichen Belastung.

Durch die erhöhte Atemanstrengung kommt es zu wiederholten, meist unbemerkten Weckreaktionen (Arousals). Diese unterbrechen den Schlafrhythmus und führen zu einer verminderten Schlafqualität.

Typische Beschwerden sind:

  • Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafdauer
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Gefühl, „nicht erholt“ oder „wie gerädert“ zu sein

Die dauerhaft erhöhte Atemarbeit führt zu einer zusätzlichen Belastung von Herz und Kreislauf. Langfristig kann dies gesundheitliche Auswirkungen haben, insbesondere wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt.

UARS tritt häufig auch bei jüngeren und normalgewichtigen Menschen auf, kann aber grundsätzlich alle Altersgruppen betreffen.

Ohne Behandlung kann sich die Erkrankung im Verlauf verschlechtern und in eine obstruktive Schlafapnoe übergehen.

Atemaussetzer im Schlaf - Obstruktive Schlafapnoe

Erschlaffen die oberen Atemwege im Schlaf so stark, dass sie vorübergehend vollständig kollabieren, kommt es zu einer Atempause (Apnoe). Während dieser Atempause versucht die Atemmuskulatur – insbesondere das Zwerchfell – durch verstärkte Atembewegungen den Verschluss zu überwinden. Für den Schlafpartner äußert sich dies häufig durch eine Phase plötzlicher Stille nach lautem Schnarchen.

Was passiert im Körper?

Während der Atempause sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, gleichzeitig steigt der Kohlendioxidgehalt an. Um eine Unterversorgung zu verhindern, reagiert der Körper mit einer Weckreaktion (Arousal). Betroffene wachen dabei meist nur kurz auf, häufig unbewusst, und beginnen dann wieder zu atmen – oft begleitet von einem plötzlichen Luftholen.

Auswirkungen auf den Schlaf

Diese wiederholten Weckreaktionen stören die natürliche Abfolge der Schlafstadien erheblich. Der Schlaf verliert seine erholsame Funktion. Typische Beschwerden sind:
  • ausgeprägte Tagesmüdigkeit
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit und verminderte Leistungsfähigkeit

Dauer und Belastung

Einzelne Atemaussetzer dauern meist 10 bis 30 Sekunden, können jedoch in Einzelfällen auch länger anhalten. Sie treten oft mehrfach pro Stunde auf. Für den Kreislauf bedeutet dies eine erhebliche Belastung, da es zu wiederholten Schwankungen von Sauerstoffversorgung, Herzfrequenz und Blutdruck kommt. Die Betroffenen selbst erinnern sich am nächsten Morgen meist nicht an diese nächtlichen Weckreaktionen.

Gesundheitliche Folgen von Schlafapnoe und UARS


Eine unbehandelte obstruktive Schlafapnoe oder ein Upper Airway Resistance Syndrome (UARS) kann sich langfristig auf verschiedene Bereiche der Gesundheit auswirken.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese nächtlichen Atemstörungen mit einem erhöhten Risiko für folgende Erkrankungen verbunden sind:

  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden
  • erhöhte Blutgerinnungsneigung
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Herzrhythmusstörungen bis hin zu seltenen schweren Komplikationen
  • Diabetes mellitus
  • Übergewicht (Adipositas)

Das gemeinsame Auftreten dieser Erkrankungen und der nächtlichen Atemstörungen ist kein Zufall. Vielmehr tragen wiederholte Sauerstoffabfälle, Stressreaktionen des Körpers und eine erhöhte Aktivität des Nervensystems zur Entstehung und Verschlechterung dieser Erkrankungen bei.

Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können dazu beitragen, diese Risiken deutlich zu reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.